Mit großem Einfallsreichtum versuchen einige der offiziellen Importeure von Autogasanlagen Ihr Revier zu verteidigen. Da werden schnell Steuergeräte von Silber auf Schwarz gefärbt„Deutsche Filter“ erfunden, oder massenhaft Warnungen vor sogenannten „Grauimporten“ versendet.
Doch schauen wir uns einmal genauer an, was eigentlich die sogenannten „Grauimporte“ sind.
Gemeint sind hier in den Meisten Fällen sogenannte Parallelimporte. Wikipedia, die freie Enzyklopädie schreibt dazu:
Als Parallelimport bezeichnet man den meist gewerblichen Import von im Ausland produzierten Waren, auf einem Vertriebsweg, der nicht vom Hersteller autorisiert wurde. Das Vertriebsnetz des Herstellers im Inland wird dabei absichtlich umgangen, weil sich die Ware im Ausland aufgrund der Preispolitik des Herstellers oder steuerlichen Unterschieden günstiger erwerben lässt.
Einige Hersteller bzw. deren offizielle Vertriebspartner sind also offenbar der Meinung für das gleiche Produkt von deutschen Kunden einen wesentlich höheren Preis verlangen zu können.
Die Parallelimporte von Autogasanlagen nach Deutschland werden durch die spezifische Situation mit notwendigen „Abgasgutachten“ erschwert.
Da in der Regel der Hersteller über die für die Ausstellung notwendigen Messungen verfügt, und nur seinen Vertriebspartner im Inland zu deren Nutzung autorisiert sind Parallel-Importeure auf die Durchführung eigener Messungen angewiesen, die mit einer nicht unerheblichen Investition verbunden sind.
Ist diese Hürde einmal genommen, lassen sich die Importeure immer wieder neue Tricks zur Marktbeschränkung einfallen. So existieren zum Beispiel zwei Versionen des Prins-Filters, die für den deutschen Markt bestimmte soll angeblich durch eine bessere Paraffin-Abscheidung der schlechten Gasqualität in Deutschland begegnen.
Wir haben uns einmal die Mühe gemacht solch einen Filter aufzuschneiden. Das Ergebnis können Sie auf dem Bild selbst begutachten. Ob ein größerer Hohlraum die Paraffine tatsächlich besser abscheidet sei dahingestellt. Fraglich ist auch, ob die Qualität des deutschen Autogases tatsächlich so viel schlechter ist als in anderen europäischen Ländern.
Der KME Importeuer versendete vor kurzem ein Pamphlet mit dem Titel „Autogas Europa warnt: Finger weg von Grauimporten!!!“ In großen roten Lettern mit gleich vier (!) Ausrufezeichen heißt es dort: „Achtung, wieder verstärkt Grauimporte im Umlauf!!!!“. Anschließend werden die Vorteile der „Deutschen Version“ aufgezählt. Das Haupt-Unterscheidungsmerkmal hier – das Gehäuse des Steuergerätes ist schwarz statt silbern und verfügt über eine andre Homologationsnummer.
Die angeblichen Vorteile wie TÜV Eintragung, Garantieabwicklung, Ersatzteile und Abgasgutachten erhalten Sie selbstverständlich auch bei den meisten Parallel-Importeuren.
Technisch unterscheidet sich das Steuergerät übrigens nicht, was auch aus dem beigefügten Schreiben des Herstellers hervorgeht:
Diese Änderungen haben auf die Funktionen, von denen Auspuffemission abhängig ist, keinen Einfluss, weil gedruckte Schaltung, Verdrahtung und die Kontrollstrategie identisch für beide ECU ist.
Pikanterweise wurden auch die meisten Abgasmessungen mit den original KME Stäuergeräten mit der Zulassung E8 67R-013787 erstellt. Eine Verwendung der diesbezüglichen Gutachten für die Steuergeräte mit der Zulassung E8 67R-015133 sind rechtlich bedenklich und werden seitens der zuständigen Landesverkehrsministerien geprüft.
Da das Original von KME mit der Zulassung E8 67R-013787 weltweit vertrieben und seitens des Herstellers stets weiterentwickelt wird, sollten Marketing-Produkte, für die lediglich eine zweite Homologationsnummer erstellt wurde, laut Mitteilung des KBA unter Hinweis auf die Durchführungsrichtlinie ECE 67R02 vom 29.03.2006, gemieden werden.
Die Art und Weise, in der einige Hersteller und Importeure den Markt zu beschränken versuchen ist nicht nur in wettbewerbsrechtlicher Hinsicht fraglich, sondern verstößt auch gegen Artikel 82 des Vertrags zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft, mit dem Einschränkungen im Handel unterbunden werden sollen. (Und das sogar von einem Unternehmen, das sich EUROPA auf das Firmenbanner schrieb)
Die Verweigerung von Parallelimporten und die Abwicklung der herstellerseitigen Garantie kann zudem gegen das Kartellgesetz verstoßen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die „Deutschen Anlagenversionen“ kaum relevante technische Unterschiede aufweisen, die meist jedoch mit einem unverhältnismäßigem Preisaufschlag zur originalen Version stehen.
Wir werden derartige Aktionen weiterhin genau beobachten, einer rechtlichen Würdigung unterziehen und Sie weiterhin auf dem Laufenden halten.
Bis dahin können Sie sicher sein, dass Sie bei uns alle Produkte immer zum fairen Preis beziehen können, ohne auf Garantie, Ersatzteile, Abgasgutachten oder technischen Support verzichten zu müssen.





Normal
0
21
Zum Nachdenken …………..
In der Tat werden in Polen (und zum Teil auch in Tschechien) Gasanlagen zu erheblich günstigeren Preisen angeboten. Wenn wir über Parallelimporte in Deutschland reden, reden wir überwiegend über Importe aus Polen. Diese Anlagen sind auch annähernd identisch zu den Anlagen wie sie zu den offiziellen deutschen Importeuren gelangen. Natürlich sind die offiziellen Importeure sehr verärgert über die Preispolitik der Anlagenhersteller.
Dazu muss man wissen, dass auch hochwertige Gasanlagen in Polen im Wettbewerb mit sämtlichen Billigprodukten stehen. In Polen gibt es abgesehen von einem CO-Test in Stand keinerlei Anforderungen an die Schadstoffemissionen nach dem Umbau. Auch der Qualitätsanspruch an den Gasanlagenumbau ist in Polen sehr niedrig. Das Auto muss nur fahren. Ob es ruckelt, zuckelt oder nach kurzer Zeit sogar der Katalysator seine Wirksamkeit verliert, spielt auf diesen Märkten praktisch keine Rolle.
Vor allem die Anbieter hochwertiger Gasanlagen leiden unter dem ruinösen Wettbewerb in Polen. Da die Stückzahlen in Polen für die Gasanlagenhersteller interessant sind, sind die Hersteller bereit mit den Preisen für diese Gasanlagen sogar unter die Schmerzgrenze zu gehen. Selbstverständlich landen dann nach den Gesetzen der Marktwirtschaft diese Anlagen als Parallelimporte wieder auf dem deutschen Markt. Dagegen ist im Grunde rechtlich überhaupt nichts einzuwenden. Faktisch bedeutet dies, dass die Importeure in Westeuropa den Verkauf von Gasanlagen in Osteuropa subventionieren.
Die EU hat sich aber nicht nur als Ziel gesetzt den freien Warenverkehr innerhalb der EU zu ermöglichen und zu gewährleisten, sondern auch die Schadstoffemissionen zu mindern. Mit dem Einbau von minderwertigen Billiggasanlagen werden genau diese EU Vorgaben mit Füssen getreten. Es ist eine Illusion zu glauben, das so umgerüstete Fahrzeuge auch nur annähernd in der Lage sind nach dem Umbau die gesetzlich geforderten Abgasgrenzwerte einzuhalten. So werden EURO4 Benzinfahrzeuge in EURO1 Gasfahrzeuge verwandelt. Vor dem Hintergrund der deutschen KFZ Steuergesetzgebung wäre dies in Deutschland Steuerhinterziehung in Millionenhöhe.
Allerdings haben die höheren Preise bei den offiziellen deutschen Importeuren auch noch andere Gründe. Es sind die Importeure, die einen qualifizierten technischen Support und eine qualifizierte Beratung leisten und nicht die Online-Versandhändler. Es sind die offiziellen Importeure die Einbauhandbücher, Betriebsanleitungen und sonstige Dokumentationsunterlagen erstellen. Die Importeure unterstützen Ihre Einbaubetriebe auch mit Werbematerialien wie Flyern, Prospekten, Produktkatalogen etc.. Ganz zu schweigen von Lagerhaltungskosten für Gasanlagen, Gastanks und für ein gut sortiertes Ersatzteillager. Die offiziellen Importeure haben in der Regel repräsentative Geschäftsräume und repräsentative Werkstatt- und Schulungsräume. Auch die Personalkosten sind nicht zu vergleichen mit denen der Online-Versandhändler. Dies ist alles mit Kosten verbunden, die logischerweise auf die Gasanlagen umgelegt werden müssen. Die zahlreichen Online-Versandhändler bedienen doch in der Regel nur die Kunden, die bereits kostenintensiv und in längeren Zeiträumen von den offiziellen Importeuren betreut und geschult wurden. Und wenn die Umrüstbetriebe dann ein Problem haben, werden sie von den Online-Versandhändlern an die Importeure verwiesen. Eine Gasanlage ist nun mal kein Wasserkocher den man einsteckt und der dann funktioniert. Die Integration einer Gasanlage in einen modernen PKW ist da schon etwas anspruchsvoller. Gasanlagen erfolgreich zu vertreiben erfordert einen hohen Serviceaufwand, den die Online-Versandhändler in der Regel nicht leisten können und auch nicht leisten wollen. Die offiziellen Importeure werden auch regelmäßig vom Anlagenhersteller geschult, und über Neuigkeiten und fahrzeugspezifische Probleme informiert, um diese wiederum an die Kunden weitergegeben werden. Der Online-Versandhändler hat diese Informationen nicht.
Es gibt viele Kunden, die auch vor diesem Hintergrund die Gesetze der Markwirtschaft verstehen und deshalb die offiziellen Importeure mit Ihren Strukturen unterstützen. Selbst dann, wenn es mal wieder in irgendeinem Online-Shop irgendetwas billiger zu kaufen gibt nach dem Motto ‚Geiz ist geil’. An dieser Stelle vielen Dank an unsere Kunden für die langjährige und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Hinzu kommt auch noch, dass in den Online-Shops die Kunden mit vermeintlich günstigen Gasanlagen geködert werden, das benötigte Einbauzubehör und die Abgasgutachten aber zu deutlich höheren Preisen gehandelt werden. Ebenso hohe Versandkosten, hohe Kosten für Nachnahmelieferungen und das Risiko von Vorkasseüberweisungen. Da ist derjenige klar im Vorteil der rechnen kann.
Der offizielle Importeur ist immer an einer nachhaltigen Entwicklung des Marktes interessiert. Der Online-Versandhändler verkauft heute Gasanlagen und morgen Bremsbeläge. Der kurzfristige Profit steht im Vordergrund. So ist es leider häufig auch mit den Einbaubetrieben die von diesen Händlern beliefert werden. Die Folge sind nachgerüstete Gasanlagen die nicht zur Zufriedenheit der Endkunden funktionieren. Dies kann nicht im Interesse der Sache Autogas sein.
Nächstes Thema. Gewährleistung. Was hat der Einbaubetrieb von einer Gewährleistung von 12 Monaten, wenn er dem Kunden gegenüber 24 Monate gewähren muss. Da gibt man doch besser ein paar Euro mehr aus und hat 24 Monate Gewährleistung.
Alle diese Faktoren bestimmen letztendlich den ‚fairen Preis’. Fair ist also nicht immer gleichzusetzen mit billig. Aber letztendlich muss jeder Einbaubetrieb für sich entscheiden bei welchem Lieferanten er sich in der Summe (Waren und Dienstleistungen) am besten bedient und betreut fühlt.
Und es ist ebenso eine Illusion zu glauben, dass alle auf dem Markt auftauchenden Abgasbescheinigung zu Recht erstellt wurden. Nach dem Gesetzestext ist es ohnehin nur dem Gasanlagenhersteller bzw. dem bevollmächtigen Vertreter erlaubt, Abgasgutachten zu erstellen. Den Schrotthändler oder den Online-Versandhändler hat das Gesetz leider nicht vorgesehen. Das Ausstellen von Abgasbescheinigungen ist für die technischen Dienste zu einem sehr einträglichen Geschäft geworden. Recht und Gesetz scheinen da häufig in den Hintergrund zu treten. Dies sei nur am Rande erwähnt, da es für den Einbaubetrieb keine Relevanz hat von wem die Abgasgutachten beantragt und ausgestellt wurden.
Normal
0
21
03.30.11 um 12:25